»Spirit & Food Galerie« auf dem Rainbow Spirit Festival 2010 in Berlin

Wir haben uns sehr gefreut, zum ersten Mal dem Thema Spiritualität und Ernährung besondere Aufmerksamkeit widmen zu können und diesem wichtigen  Thema einen besondern Rahmen auf dem Festival in Berlin geben zu können – die Spirit & Food Galerie.
Es gab täglich rund um das Thema Ernährung und Rohkost Vorträge und Informationsveranstaltungen von Experten aus dem Bereich Rohkost und Ernährung – Britta Petri, Urs Hochstrasser, Jürgen Recktenwald, u.a..
Spirituell Ja – und wie hälst du es mit der Ernährung?
Seit längerer Zeit beobachte ich zwei interessante Phänomene. Viele Menschen gehen davon aus, dass jeder spirituelle Mensch auch gleichzeitig Vegetarier ist. Dem ist nicht so. Doch woher kommt diese Annahme? Die andere interessante Beobachtung ist, viele Menschen leben ein wirklich authentisches spirituelles Leben, sie meditieren, machen Ausbildungen rund um das Thema, sind feinsinnig und empfindsam – aber wenn es um die Ernährung geht, so kaufen viele dieser Menschen billigste Nahrungsmittel bei Lidl oder Aldi ein.
Nicht etwa die Bioprodukte,welche es mittlerweile auch bei den Discountern gibt, nein, wirklich das billigste: Wurst- und Milchprodukte von gequälten Kreaturen. Genmanipulierte Nahrungsmittel, vor Zucker, Weißmehl und Zusatzstoffen strotzende Produkte. Da findet offensichtlich eine völlige Abspaltung zwischen Körper, Geist und Seele statt.
Wie kommt das? Wie ist es möglich, dass viele Menschen beim Thema Ernährung ihre Prioritäten so niedrig ansetzen und das Bewusstsein regelrecht ausknipsen?

Das Gefäß unserer Seele, unserem Körper mit Respekt wertschätzen…
Wir, Mariam und ich, haben uns im Laufe unserer eigenen Entwicklung sehr stark für große innere Weite und Toleranz geöffnet. Jedes Konzept, sei es spirituell -seelischer Natur oder ein Ernährungskonzept, ist eben nur ein Konzept. Wir lieben an erster Stelle die Freiheit und das Undogmatische.  Dennoch haben wir für uns erkannt, dass unser Wohlbefinden zwar an erster Stelle mit unserer inneren Einstellung, der Art wie wir denken und fühlen, zu tun hat, doch die natürliche Konsequenz daraus ist, ein liebevoller und achtsamer Umgang mit dem Gefäß unserer Seele, unserem Körper. Dieser Planet, diese atemberaubende Natur um uns herum, diese Fülle und unsere unglaublich komplexen und doch so zerbrechlichen Körper sind Teil des Göttlichen.
Wie könnte es auch anders sein. Wie gehen wir also mit dem Göttlichen um? Ja, es gibt immer noch viele religiösen und spirituellen Konzepte, welche die Körperlichkeit ablehnen, sich vollkommen auf die geistige Welt konzentrieren. Aber weshalb sollten wir das Geschenk eines fühlenden, sinnlichen Körpers zurückweisen? Für mich heißt im Körper, auf diesem Planeten zu leben… Göttliches Bewusstsein zu sein, das in der Materie spielt, kreativ ist und fortwährend sein Bewusstsein erweitert, in einer grenzenlosen Ausdehnung.
Ausgehend davon kann unser Ziel nur sein, alles zu tun, um glücklich zu sein Spaß zu haben und die Geschenke dieser Schöpfung anzunehmen und uns auf dieses Abenteuer einzulassen. Also auch diesen Körper anzunehmen, der uns geschenkt wurde. Ihn achtsam zu hegen und zu pflegen. Ihn zu wertschätzen, uns an ihm zu erfreuen.
Was ist also nahe liegender, als ihn auch mit guter und gesunder Ernährung zu ehren. Mit lebendiger Nahrung, welche aus nachhaltigen Quellen stammt, mit einer Haltung, welche ihren Ursprung ehrt und respektiert, sei es Pflanzen- oder Tierwelt.

Für mich schließt das auch die Ernährung unserer Tiere mit ein. Unsere Tiere verdienen unseren Respekt. Unser Hund Lancelot, welcher letzten Sommer seinen Körper verlassen hat, wurde fast 19 Jahre alt, was sehr selten bei einem Hund dieser Größe ist. Unsere innig geliebte Katze (und persönlicher Guru) ist in etwa im gleichen Alter. Sie ist immer noch fit, etwas langsamer als früher, doch sie geht bei schönem Wetter noch auf die Jagd. Wir haben unsere Tiere, seit sie ihr Leben mit uns teilten, fast ausschließlich mit biologischer und sehr reiner Nahrung ernährt und ich bin mir sicher, das dies einer der Gründe für ihr hohes Alter und gute Gesundheit ist. Und wir überschütten sie natürlich mit der gleichen Liebe, mit welcher sie uns überschütten.

Wir kommen aus einer Quelle
Auf den Festivals haben wir in all den Jahren ebenfalls immer darauf geachtet, dass so weit wie möglich, nur biologische Nahrungsmittel von uns verwendet werden. So wird der Yogitee beispielsweise mit Biomilch zubereitet und unser großes Helferteam mit biologischen Nahrungsmitteln versorgt. Wie könnten wir unseren Mitmenschen auch Minderwertigeres geben, als wir uns selbst zugestehen? Wenn wir alle aus der gleichen Quelle kommen, so ist es immer DAS EINE das uns gegenübersteht, also behandle ich es so, wie ich auch mich selbst behandle.
Manch Einer sagt, wir wären dumm, denn wir könnten hier viel Geld sparen und Profit erwirtschaften, wenn wir bei den Nahrungsmitteln auf preiswerte konventionelle Produkte umsteigen würden. “Zumal die meisten Leute ja eh nicht bio essen…” heisst es dann immer ganz plausibel.
Das war für uns nie wirklich eine Option. Sicher müssen wir auch mal hier und da Kompromisse eingehen, weil etwas nicht lieferbar ist oder wir etwas geschenkt bekommen. Doch wenn wir die Wahl haben, so werden wir immer versuchen für das Beste zu gehen.

Gewohnheiten bewusst in Frage stellen
Ich kann einen jeden nur einladen für einen Augenblick innezuhalten und mal darüber nachzudenken, wie er/sie sich ernährt. Wie viel liebevolle Beachtung und Respekt dem eigenen Körper, der eigenen Gesundheit geschenkt wird. Welche Produkte verwenden wir zur Körperpflege, denn auch das nährt den Körper, wird direkt über die Haut absorbiert.
Und meine ehrliche Meinung ist: vollwertig, gesund und möglichst auf einer biologischen Basis zu leben ist kein Luxus. Es bedarf etwas Aufmerksamkeit und der Bereitschaft Gewohnheiten umzustellen. Man muss seine Prioritäten verschieben. Ja, das ist wahr. Aber es muss nicht teuer und unerschwinglich sein. Mit preiswerten Zutaten wie z.B. Grünkohl oder Rotkraut kann man unglaublich kostbare, köstliche und vitalstoffreiche Nahrung herstellen und das zu einem wirklich erschwinglichen Preis. Die eigene Kreativität ist gefragt und die Bereitschaft, dafür etwas mehr Zeit und Energie aufzuwenden. So viel sollte sich doch ein jeder Mensch selbst wert sein, meine ich.

Genuss fängt bei der Zubereitung unserer Nahrung an
Darüber hinaus  ist für mich persönlich neben der Qualitätsfrage der Nahrungsmittel, welche ich zu mir nehme, die Zubereitung derselben von großer Bedeutung. Für mich persönlich ist die Zubereitung von Nahrung pure Kreativität und Freude. Und wenn dies der Fall ist, dann kann man gar nicht anders, als eine Mahlzeit, wie schlicht oder aufwändig sie auch sein mag, mit Liebe vollzupacken. Es bedarf nur eines anderen Blickwinkels und der  Bereitschaft eine gewisse Routine und Bequemlichkeit aufzugeben und aus jeder Mahlzeit wird ein Festmahl, welches nicht nur den Körper, sondern alle Sinne, den Geist und die Seele nährt und ehrt.
Ich arbeite viel mit Kräutern, Sprossen und essbaren Blüten und es macht mir eine endlose Freude aus jedem Gericht ein kleines Kunstwert zu zaubern. Das mache ich übrigens auch in aller Regel, wenn ich nur für mich alleine etwas zubereite. Wer Inspirationen sucht, der ist herzlich eingeladen meine neue Website rund um das Thema Ernährung zu besuchen (taste-of-love.de). Dort wird es viele Tipps, Ideen und Rezepte geben. Und Adressen / Links von anderen Menschen, wie z.B. Britta Petri, Urs Hochstrasser, Norbert Wilms und viele andere, die wirklich wunderbares Wissen rund um dieses Thema teilen.

von Teresa-Maria Sura